Energie neu denken – Ein Blick hinter die Strategie von ALTEN

Interview mit Michael Rickers, Senior Manager Sales Development

Michael Rickers verantwortet bei ALTEN Germany Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Energiemarktes. Gemeinsam mit unseren Teams unterstützt er Kunden dabei, komplexe Herausforderungen zu meistern, innovative Technologien einzusetzen und Energieinfrastrukturen nachhaltiger zu gestalten.

Er hat sich mit uns zusammengesetzt, um über die strategische Ausrichtung von ALTEN im Energiesektor, Zukunftschancen und Synergien innerhalb der ALTEN Group zu sprechen.

Wie würdest du aktuell die Strategie von ALTEN in der Energiebranche beschreiben?

ALTEN ist international bereits sehr gut im Energiemarkt etabliert. In Deutschland haben wir ab 2018 begonnen, die Aktivitäten systematisch auszubauen. Seitdem konnten wir erfolgreich Projekte im Bereich der leitungsgebundenen Infrastrukturumsetzen. Jetzt geht es darum uns breiter aufzustellen und langfristig in allen relevanten Segmenten der Branche aktiv zu werden.


Was ist das langfristige Ziel von ALTEN?

Unser Ziel ist es, die gesamte Bandbreite des Energiemarktes abzudecken: von der Infrastruktur bis hin zu spezialisierten Lösungen. Gemeinsam mit unseren Schwesterunternehmen Energy4You und Worldgrid können wir unseren Kunden ein umfassendes Portfolio entlang der vollständigen Wertschöpfungskette anbieten.


Wie seid ihr bei der Entwicklung der Strategie vorgegangen?

Wir haben uns an der klassischen Wertschöpfungskette des Energiemarktes orientiert; von der Quelle bis zum Verbrauch des Kunden. Dabei haben wir sechs Segmente definiert, die den Markt strukturiert abbilden:

  1. Primärenergie: z. B. Sonne, Wind oder fossile Quellen
  2. Umwandlung: etwa die Erzeugung von Strom oder künftig verstärkt Wasserstoff
  3. Transport: Übertragung über weite Strecken
  4. Verteilung: Versorgung der Endverbraucher
  5. Verbrauch: industrielle, gewerbliche und private Nutzung
  6. Abrechnung: Messung, Daten-Management und Kommunikationsprozesse

Entlang dieser Themenfelder identifizieren wir passende Kundenbedürfnisse sowie Leistungen, die wir schrittweise weiterentwickeln und ausbauen.

Welches Themenfeld hat für dich persönlich das größte Zukunftspotenzial in Deutschland?

Aktuell sehe ich das größte Potenzial im Bereich der Verteilnetze. Der Endkunde in Deutschland entwickelt sich von reinen Energieverbraucher zum Prosumer. Wir produzieren zunehmend selbst Strom, speisen ihn ein und verbrauchen gleichzeitig mehr Energie durch Wärmepumpen oder Elektromobilität. Das fordert die Netze heraus und eröffnet neue Möglichkeiten wie virtuelle Kraftwerke, intelligente Steuerungssysteme und innovative Quartierslösungen. Auch das Thema Smart Metering bleibt ein zentraler Baustein.


Wo siehst du mit unseren aktuellen Kompetenzen noch Entwicklungsbedarf?

Wir haben starke Fähigkeiten in Bereichen wie Infrastrukturplanung, Bau, Realisierung Kundenkommunikation und IT/OT für die Netze. Der nächste Schritt besteht darin, diese Kompetenzen noch enger miteinander zu verzahnen.


Kannst du ein Beispiel nennen, bei dem wir Synergien innerhalb der ALTEN Group erfolgreich genutzt haben?

In einigen Projekten haben wir während der Umsetzung festgestellt, dass zusätzliche Kapazitäten benötigt werden. Hier konnten wir schnell auf Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel aus Polen oder Marokko zurückgreifen, um das Projekt fristgerecht und in der gewünschten Qualität abzuschließen.
Genau dafür stehen wir: die passende Kompetenz zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität und Quantität – für einen erfolgreichen Projektabschluss.