Vom Motorsport zur KI-gestützten Produktentwicklung: Mit innovativen Ideen neue Wege gehen

Eine Idee, die gemeinsam mit KI entstand

Innovation entsteht oft dort, wo Leidenschaft auf Technologie trifft. Ein Beispiel dafür ist unser Kollege Nikita Baklanov, der seine Begeisterung für den Motorsport mit modernster KI-Technologie verbindet und daraus eine innovative Anwendung entwickelt hat. Seine Geschichte zeigt, wie technologische Neugier, fachliches Know-how und der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz neue Lösungen ermöglichen können.

Die Entstehung der App begann ungewöhnlich. Statt einer fertigen Produktidee stand zunächst die Frage im Raum, welche Projekte sich aus den eigenen Fähigkeiten und Interessen entwickeln ließen. Mithilfe von KI ließ Nikita verschiedene Konzepte generieren und kombinierte mehrere Ansätze zu einer völlig neuen Lösung. Das Ergebnis war TrackMate – Race Engineer, eine Anwendung, die Fahrerinnen und Fahrern auf der Rennstrecke während der Fahrt direkt Feedback gibt. Während bestehende Lösungen Fahrdaten meist erst nach einer Session analysieren, liefert die App Hinweise in Echtzeit und übernimmt damit die Rolle eines virtuellen Renningenieurs.

Wie ist die Idee entstanden für deine App und welches Problem wolltest du damit lösen?

Selbst die Idee ist tatsächlich mit KI-Unterstützung entstanden. Ich habe ChatGPT meine Kompetenzen und Interessen beschrieben und mir daraus 10 Ideen generieren lassen. Ich habe sie dann miteinander kombiniert, sodass die App entstanden ist. Als Motorsport-Fan wollte ich schon immer selbst auf Rennstrecken fahren. Ohne Unterstützung eines teuren Fahrtrainers sind die Runden jedoch wenig effektiv. Ich weiß nicht genau, was auf der Rennstrecke passiert ist, und auch nicht, was genau ich ändern soll. Diese Lücke soll TrackMate – Race Engineer schließen, indem sie live auf der Rennstrecke nach jedem Sektor Feedback gibt.

Was unterscheidet eure App von anderen Lösungen auf dem Markt?

Aktuelle Lösungen bieten bereits Auswertungen von Sessions an, allerdings erst nach deren Abschluss. Keine davon bietet dies live während einer Session direkt im Auto. Die App sitzt wie ein echter Renningenieur direkt im Ohr des Fahrers.

Welche Rolle hat Künstliche Intelligenz bei der Entwicklung der App gespielt?

Die KI war von Anfang an dabei: bei der Ideenfindung, der Implementierung und auch bei Architekturentscheidungen. Ich bin selbst Entwickler, aber mit dieser App habe ich etwas begonnen, das mir sehr neu war. Ich habe ungefähr ein Jahr an meiner ursprünglichen Idee der Feedback-Pipeline festgehalten, bis ich nicht mehr weitergekommen bin und die Entscheidung treffen musste: Das ist nicht der Weg, diese App umzusetzen. Also habe ich mich wieder an die KI gewendet und zusammen mit ihr eine komplett neue Feedback-Pipeline erarbeitet und innerhalb weniger Wochen umgesetzt.

Gab es einen Moment, in dem dich die Möglichkeiten von KI während des Projekts besonders überrascht haben?

Ja, den gab es. Ich bin Motorsport-Fan, aber kein studierter Ingenieur in dem Bereich. Die App führt zur Laufzeit Berechnungen durch, von denen ich zuvor keine Ahnung hatte. Dank des großen Wissensspektrums der KIs wurden mir mathematische Formeln vorgeschlagen, die jetzt aktiv in der App laufen. Das wäre ohne KI für mich keineswegs in dieser Qualität umsetzbar gewesen.

Wie profitiert die App selbst von KI und welchen Mehrwert bietet sie im Alltag?

In ihrer Feedback-Pipeline nutzt die App KI, um echte Sensordaten so aufzubereiten, als würden sie von einem echten Renningenieur stammen. Dieses Feedback wird dem Fahrer anschließend direkt auf der Rennstrecke bereitgestellt. 

Wenn du auf das Projekt zurückblickst: Was zeigt dieses Beispiel über das Potenzial von KI für die Zukunft der Softwareentwicklung?

Über die letzten anderthalb Jahre hat die KI sich sehr stark weiterentwickelt. Aber nicht nur die KI hat sich verbessert, sondern auch die Programme, die man nutzt, um mit KIs zu arbeiten, wie Codex, Claude Code, Cursor usw., sind deutlich besser und robuster geworden. Zu Beginn musste ich immer sehr genau in den Code schauen, ob die KI-Fehler gemacht hat. Mittlerweile arbeiten KI-Agenten untereinander an einem Ticket, bis eine zufriedenstellende Lösung vorliegt, bevor ich die neue Funktionalität unter realen Bedingungen auf einer Rennstrecke teste. Was für mich jedoch bleibt, ist, dass die KI ein Tool ist, um eigene Ideen umzusetzen, nicht um Menschen vollständig zu ersetzen.